Praxisleitfaden

Zahlungsarten in JTL-Shop 5

Welche Zahlungsarten der Shop mitbringt, welche über Zahlungsanbieter dazukommen — und woran Sie erkennen, welche Sie wirklich brauchen.

Die Frage nach den Zahlungsarten taucht bei fast jedem JTL-Projekt früher oder später auf — meist kurz vor dem Launch, wenn auffällt, dass Kreditkarte noch fehlt. Dabei ist die Entscheidung folgenreicher als sie wirkt: Sie beeinflusst die Abbruchquote im Checkout, die laufenden Gebühren und den manuellen Aufwand in der Warenwirtschaft.

Dieser Leitfaden sortiert das Thema in drei Ebenen: Was JTL-Shop 5 selbst mitbringt, was über Zahlungsanbieter dazukommt und wo die Grenzen des Standards liegen.

Zahlungsarten, die JTL-Shop 5 mitbringt

Ohne zusätzliches Plugin stehen die Zahlungsarten zur Verfügung, die keine Online-Autorisierung durch einen Dienstleister benötigen. Sie lassen sich im Backend aktivieren und je Kundengruppe, Bestellwert oder Versandart einschränken.

Zahlungsart Geeignet für Zu beachten
Vorkasse / Überweisung Jeden Shop als Basis Kein Ausfallrisiko, aber Versand verzögert sich bis zum Zahlungseingang
Rechnung B2B und Stammkunden Höchste Conversion im deutschen Handel — trägt aber das volle Ausfallrisiko
SEPA-Lastschrift Wiederkehrende Kunden Mandat muss rechtssicher eingeholt und dokumentiert werden
Nachnahme Kunden ohne Online-Zahlung Zusatzgebühren des Versanddienstleisters, hohe Annahmeverweigerungsquote
Barzahlung bei Abholung Shops mit Ladengeschäft Nur sinnvoll bei echter Abholoption

Für einen B2B-Shop reicht diese Auswahl in vielen Fällen bereits aus. Im B2C-Handel fehlen dagegen genau die Zahlungsarten, die Kunden im Checkout erwarten — und die gibt es nur über einen Zahlungsanbieter.

Zahlungsanbieter anbinden

Kreditkarte, PayPal, Klarna, Apple Pay oder Google Pay laufen immer über einen Zahlungsdienstleister. Die Anbindung erfolgt in JTL-Shop 5 über ein Plugin, das der Anbieter im JTL-Extension-Store bereitstellt.

Grob lassen sich zwei Gruppen unterscheiden: Einzelanbieter, die eine bestimmte Zahlungsart abdecken, und Payment-Service-Provider, die mehrere Zahlungsarten über eine einzige Anbindung bündeln. Für die meisten Shops ist die zweite Variante die pragmatischere — eine Integration, eine Abrechnung, ein Ansprechpartner.

Einzelanbieter

Decken eine Zahlungsart besonders gut ab. PayPal ist der klassische Fall: hohe Akzeptanz, eigenes Plugin, eigener Käuferschutz.

Sinnvoll, wenn eine bestimmte Zahlungsart für Ihre Zielgruppe zentral ist.

Payment-Service-Provider

Bündeln Kreditkarte, Wallets, Lastschrift und oft auch Rechnungskauf mit Ausfallabsicherung über eine Schnittstelle.

Sinnvoll, sobald Sie mehr als zwei zusätzliche Zahlungsarten brauchen.

Der Schritt, der am häufigsten vergessen wird

Ein Zahlungs-Plugin ist erst dann fertig eingerichtet, wenn die Zahlungsart auch in JTL-Wawi korrekt zugeordnet ist. Sonst landen Zahlungseingänge zwar im Shop, werden aber nicht automatisch abgeglichen — und jemand gleicht sie von Hand ab. Genau dieser Punkt ist in der Praxis die häufigste Ursache für unnötige Handarbeit.

Welche Zahlungsarten brauchen Sie wirklich?

Mehr Zahlungsarten bedeuten nicht automatisch mehr Umsatz. Jede verursacht Gebühren, Pflegeaufwand und eine zusätzliche Entscheidung im Checkout. Diese vier Fragen führen schneller zum Ziel als jede Anbieterliste.

1

Verkaufen Sie an Unternehmen oder an Endkunden?

B2B kommt oft mit Rechnung und Vorkasse aus. B2C braucht in aller Regel mindestens PayPal und Kreditkarte, weil beides schlicht erwartet wird.

2

Wie hoch ist Ihr durchschnittlicher Warenkorb?

Bei niedrigen Beträgen fallen Festgebühren pro Transaktion stark ins Gewicht. Bei hohen Beträgen wiegt das Ausfallrisiko schwerer als die Gebühr.

3

Können Sie Zahlungsausfälle tragen?

Rechnungskauf konvertiert im deutschen Markt am besten — und ist gleichzeitig das größte Risiko. Anbieter mit Ausfallabsicherung nehmen Ihnen das gegen Aufschlag ab.

4

Verkaufen Sie einmalig oder wiederkehrend?

Für Einmalkäufe reicht der Standard. Für Abos endet er — dazu gleich mehr.

Wo JTL-Shop 5 an seine Grenze kommt: Abonnements

JTL-Shop 5 ist auf Einmalkäufe ausgelegt. Wiederkehrende Zahlungen sind im Standard nicht vorgesehen — es fehlen die Abo-Verwaltung, die automatischen Folgebestellungen und das Kundenportal zum Pausieren oder Kündigen.

In der Praxis führt das zu Behelfslösungen: Abos werden in einer Tabelle geführt, Folgebestellungen manuell angelegt oder über eine externe Plattform abgewickelt, die dann nicht mit JTL-Wawi spricht. Bei zehn Abos funktioniert das. Bei dreihundert nicht mehr.

Genau dafür haben wir C-Novation Pay entwickelt — ein Plugin, das Abo-Management nativ in JTL-Shop 5 bringt: flexible Zahlungs- und Lieferintervalle, Zahlungsabwicklung über Stripe, automatische Folgebestellungen in JTL-Wawi und ein Self-Service-Bereich, in dem Kunden ihre Abos selbst verwalten.

Ohne Abo-Plugin

  • × Folgebestellungen von Hand
  • × Kündigungen per E-Mail
  • × Datenbruch zur Warenwirtschaft

Mit C-Novation Pay

  • Automatische Folgebestellungen
  • Self-Service im Kundenkonto
  • Direkt in JTL-Wawi
C-Novation Pay ansehen

Wann sich ein eigenes Zahlungs-Plugin lohnt

Selten — und das ist die ehrliche Antwort. Wenn Ihr Wunschanbieter ein gepflegtes JTL-Plugin bereitstellt, ist eine Eigenentwicklung nahezu immer die teurere Variante, inklusive laufender Wartung bei jedem Shop-Update.

Sinnvoll wird sie in drei Fällen:

  • Ihr Zahlungsanbieter bietet kein JTL-Plugin an — etwa bei regionalen Anbietern oder Firmenkunden-Abrechnung
  • Ihr Geschäftsmodell weicht ab: Abos, Anzahlungen, Ratenzahlung oder verbrauchsabhängige Abrechnung
  • Der Zahlungsprozess muss mit weiteren Systemen sprechen, die das Standard-Plugin nicht kennt

Wir entwickeln beides — Plugins für JTL-Shop 5 und die Anbindung an vorhandene Systeme. Womit wir sonst arbeiten, steht in unseren Leistungen.

Häufige Fragen zu JTL-Zahlungsarten

JTL-Shop 5 bringt die Zahlungsarten mit, die ohne externen Dienstleister auskommen: Vorkasse per Überweisung, Rechnung, Nachnahme, SEPA-Lastschrift sowie Barzahlung bei Abholung. Diese lassen sich direkt im Backend aktivieren und mit Zuschlägen, Mindest- und Höchstbestellwerten sowie Kundengruppen-Beschränkungen konfigurieren.

Alles, was eine Online-Autorisierung braucht — Kreditkarte, PayPal, Klarna, Apple Pay —, läuft über ein Plugin eines Zahlungsanbieters.

Zahlungsarten im JTL-Shop einrichten?

Ob Standard-Plugin, Abo-Lösung oder eigene Anbindung — wir sagen Ihnen, welcher Weg für Ihren Shop der richtige ist.